Eine wahre Weihnachtsgeschichte über Paketzustellung

Hamburg in Angst. Ausgerechnet in der Vorweihnachtszeit entdecken immer mehr Menschen geheimnisvolle Kugelschreiber-Markierungen an ihren Türklingeln oder Briefkästen. Bald kommt der Verdacht auf, es handele sich um sogenannte „Gauner-Zinken“, mit denen Verbrecher untereinander kommunizieren und lohnende Objekte markieren.

Die Hamburger Morgenpost am 12. Dezember 2019

Die alarmierte Polizei geht der Sache nach und befragt dabei Hausbewohner, Passanten und Zusteller. Dabei kommt erstaunliches heraus: Die rätselhaften Zeichen dienen tatsächlich der Kommunikation und es geht dabei auch (wie vermutet) darum, in welchem Haushalt wann jemand anzutreffen ist.

Doch die Urheber der Markierungen wollen nichts klauen, sie wollen etwas bringen: Pakete.

Die immense Arbeitsbelastung der Paketzusteller ist ein längst bekanntes Problem, das durch das stark ansteigende Sendungsaufkommen stetig verschärft wird. Die Industrie versucht deshalb, den Aufwand pro Paket zu minimieren: Paketbriefkästen, Abendlieferungen und Packstationen sollen das Scheitern von Zustellversuchen verhindern und den Zustellern Zeit und Wege sparen.

Und während die KEP-Branche seit Jahren über die Digitalisierung der letzten Meile grübelt, passiert das, was immer passiert, wenn ein System in der Praxis nicht oder nicht optimal funktioniert: Es entstehen kreative Lösungen. Die Kurierfahrer helfen sich selbst und kommunizieren per analogem Kugelschreiber.

Ich durfte in den letzten Jahren schon mehrmals Paketzusteller auf ihrer Tour begleiten und jedes Mal habe ich dabei sehr viel gelernt: Wie hart dieser Job ist, wie geduldig und wie gewissenhaft die Zusteller ihn ausüben und dass der tatsächliche optimale Workflow oft erheblich von dem abweicht, was sich schlaue Vorgesetzte so ausdenken

Ich kann allen Managern, Beratern und Softwareentwicklern nur raten: Beobachten Sie die Leute, die die tatsächliche Arbeit an der Front machen. Beobachten Sie sie mit Empathie, ehrlichem Interesse und Demut. Lernen Sie von ihnen.

Passenderweise bin ich genau jetzt wieder dabei, einem Startup an den Start zu helfen, das die letzte Meile revolutionieren will. Die Geschichte von den „Kurier-Zinken“ bestärkt mich darin, dass wir dabei nicht nur der Industrie und den Paketempfängern zuhören müssen sondern vor allem den Zustellern.

Wenn Sie Anfang 2020 zu den ersten gehören wollen, die erfahren, worum es bei diesem neuen Startup geht, sagen Sie gerne Bescheid.

Bis dahin wünsche ich eine schöne Adventszeit, nicht zu viel Streß, gute Geschäfte und … denken Sie an eine kleine Aufmerksamkeit für Ihre fleißige Zustellerin oder ihren fleißigen Zusteller. 😉

Hier geht’s zum Artikel in der Hamburger Morgenpost